Brief an Anna von Haxthausen, 1. Dezember 1820
- Thema
- Briefe
- Alter
- 10-99
- Material
- Text Audio
- Sprache
- Deutsch
An Anna von Haxthausen in Bökendorf
Hülshoff, 1. Dezember 1820
[…]
– Ich habe vielleicht manches unberührt gelassen, was dich vor Allem schmerzt, willst du darüber ins Reine sein so schreib mir, ich möchte vielleicht noch Einiges sagen können, aber ich glaube es kaum, denn ich muß viel gestehen, ich bin sehr gesunken, tiefer wie du denkst aber nicht aus Verhärtung. – dafür habe ich nun auch schon drey Monathe und drüber gelitten wie ich früher keine Idee davon hatte und das wird auch wohl dauern so lange ich lebe darum sollt ihr mich auch nicht schimpfen und quälen, sondern vor euch sehen daß ihr nicht fallt. – Ich bin zuweilen etwas wild, wenn ich mal nicht an Straube denke, sondern nur wie ihr jetzt blindlings auf mich loshackt, aber das kömmt selten, denn ich denke Tag und Nacht an Straube ich habe ihn so lieb, daß ich keinen Namen dafür habe, er steht mir so mild und traurig vor Augen, daß ich oft die ganze Nacht weine und ihm immer in Gedanken vielerley erkläre was ihm jetzt fürchterlich dunkel sein muß, ach Gott wenn ich ihm nur schreiben dürfte, dann wüßte ich wohl noch allerhand, was ich ihm allein sagen kann. – Ich arbeite allerley kleine Sachen und denke sie wären für Straube das erleichtert mich außerordentlich […]






