
Der Blick in den Spiegel: Nachhaltig handeln
- Thema
- Geschlechtergerechtigkeit Lyrik BNE
- Alter
- 14–19
- Dauer
- 120 Minuten
- Material
- Text
- Aktionen
- Sprache
- Deutsch
Dieses Pad sollte zuerst bearbeitet werden. Auf das Wissen, das ihr in diesem Pad erhaltet, bauen die anderen Pads der Reihe »Der Blick in den Spiegel« auf.
Die Pads 2 - 4 sind dann frei wählbar. Das heißt, ihr könnt eines der Pads bearbeiten oder alle drei oder ihr teilt euch die Pads untereinander auf: die einen bearbeiten Pad 1, die anderen Pad 3 o.ä.
Die Module 2, 3 und 4 sind alle gleich aufgebaut:
Begegnung mit Annette
Wir lesen ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff. Das bedeutet, dass wir
a. den Text lesen,
b. einen Umweg gehen und dem Gedicht auf einem neuen Weg begegnen (lasst euch überraschen, was das meint),
c. den Text mit anderen Augen lesen,
d. den Gedichttext unter die Lupe nehmen.
Übrigens: Annette von Droste-Hülshoff war extrem kurzsichtig und hatte eine winzig kleine Schrift. Viele Leser*innen der Originalhandschriften mussten also tatsächlich eine Lupe in die Hand nehmen.
Hier ein Foto der Originalhandschrift:

Projekt
Begegnung mit …
Wir lernen jeweils eine Frau kennen, die uns hilft, das Gedicht aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen, weil ihr Leben oder ihre Arbeit etwas mit dem Gedicht zu tun hat.
Wir gehen sechs Schritte:
Schritt 1: #WirWerdenNeugierig
Schritt 2: #WirLernenDazu
Schritt 3: #WirRecherchieren
Schritt 4: #WirEntwickeln Ideen
Schritt 5: #WirSchließen uns zusammen
Schritt 6: #WirHandeln
2015 trafen sich Vertreter*innen aller 193 Länder der Vereinten Nationen (UNO), um zu überlegen wie es gemeinsam gelingen kann, die drängendsten Probleme dieser Welt anzugehen. Die Frage war, wie die Menschheit dafür sorgen kann, dass die Erde geschützt wird und in Zukunft alle Menschen ein würdiges Leben auf ihr führen können. Es ist eine Liste von 17 Zielen entstanden. Diese Ziele heißen auf Englisch Sustainable Development Goals oder kurz SDG oder auf Deutsch Nachhaltigkeitsziele.
Man hat sich vorgenommen, dass die Menschheit diese Ziele bis zum Jahr 2030 erreicht hat. Das ist sehr ehrgeizig! Denn, wenn man sich die 17 Ziele etwas genauer anschaut (vgl. Grafik 1), dann bekommt man eine Ahnung davon, welche Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Probleme in nur noch 7 Jahren – von heute an – gelöst zu haben.
Auf der anderen Seite fragt man sich bei einigen Zielen: Wie ist es möglich, dass es der Menschheit nicht längst schon gelungen ist, dieses Ziel zu erreichen?
Zum Beispiel: Geschlechtergleichheit (s. nächster Abschnitt).

Übersichtsdarstellung der 17 Nachhaltigkeitsziele. © UNO-Informationsdienst (UNIS) Wien.
Die nachfolgenden drei Pads beziehen sich auf die ein oder andere Art und Weise auf das SDG 5 »Geschlechtergleichheit«. Daher wollen wir das SDG 5 kurz vorstellen:
In vielen Ländern der Welt ist die Gesellschaft weit davon entfernt, Geschlechtergleichheit hergestellt zu haben. In ihnen gilt für Mädchen und Frauen im Unterschied zu Männern immer noch:
- Sie sind ständiger Gewalt ausgesetzt.
- Sie können nicht frei über ihr privates und berufliches Leben bestimmen.
- Sie haben schlechteren oder keinen Zugang zu Bildung.
- Ihnen wird abverlangt, im Haushalt und für die Familie unentgeltlich zu arbeiten.
- Sie verdienen weniger für ihre Arbeit.
- Sie kommen seltener oder gar nicht in Positionen, in denen sie wichtige Entscheidungen treffen können.
- Sie werden systematisch diskriminiert.
Das SDG 5 legt Ziele fest, u.a.:
- Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden.
- Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen.
- Alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Frühverheiratung und Zwangsheirat sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigen.
- uvm.
Es muss sich etwas ändern! Aber was können wir tun?

Für das Lernen in der Schule gibt es darauf erst einmal zwei allgemeine Antworten (in den folgenden drei Pads werden wir konkreter):
Erstens: Wir sollten bei jedem Thema, mit dem wir uns in der Schule beschäftigen, fragen: Was können wir hier lernen, um die Welt – lokal und global – zukunftsfähig zu machen?
Zukunftsfähigkeit ist ein wichtiges Stichwort, wenn es um die Erreichung der SDG geht. Denn das Handeln der Menschen auf der Erde wird im Moment in vielen Dingen nicht von der Frage geleitet, ob die Ergebnisse und Folgen des eigenen Handelns einen schädlichen Einfluss auf das Leben in der Zukunft haben. Zusätzlich wird nicht beachtet, ob ein bestimmtes Handeln, das mir selbst nutzt oder guttut oder angenehm ist, Folgen hat, die an anderer Stelle der Erde für Menschen zu Nachteilen führen kann oder Leid und Not auslöst.
Zweitens: Wir sollten uns außerdem fragen: Wie können wir so lernen, dass wir nicht über Problemlösungen reden, sondern dass wir immer schon während des Lernens Probleme lösen?
»Lernen« ist ein Begriff, der sehr weit gefasst ist und an der Schule extrem Unterschiedliches bedeuten kann:
- Ich merke mir ganz bestimmte Dinge, die ich vorher nicht wusste, um sie gezielt abrufen und einsetzen zu können. Beispiel: Vokabeln einer Fremdsprache.
- Ich lerne Zusammenhänge kennen, die es mir erlauben, größere Zusammenhänge zu verstehen. Beispiel: Ich lerne, welche Eigenschaften Modelle haben und kann selber Modelle einsetzen (eine Skizze für ein Kunstwerk, einen Plan für die Feldpositionen beim Volleyball usw.).
- Ich experimentiere und lerne erstens, wie man ein Experiment durchführt und zweitens, wie man elektrische Schaltkreise einrichtet.
- usw.
Bei fast allem aber, was wir in der Schule tun, lernen wir es nur, um es später im Unterricht wieder einsetzen zu können oder um zu wissen, wie man theoretisch mit den neuen Kenntnissen umgeht oder um bei der nächsten Klassenarbeit gut abzuschneiden.
Ganz, ganz selten aber setzen wir das Gelernte auch sofort praktisch ein und probieren aus, ob wir damit tatsächlich etwas verändern, in Bewegung setzen oder lösen können: Ich könnte die Vokabel nutzen, um mich mit jemandem, der kein Deutsch spricht, zu verständigen. Das Kunstwerk, das ich gemacht habe, könnte ich ausstellen. Die elektrischen Schaltkreise könnte ich nutzen, um ein Pausenspiel für die Mitschüler*innen aus der fünften Klasse zu bauen, usw.
Dass das so selten passiert, ist schade, weil
- wir dadurch nicht erfahren, wie das, was wir nun wissen und können, uns beim konkreten, echten Handeln hilft,
- wir nicht im konkreten Zusammenhang üben können,
- wir nicht im konkreten Zusammenhang überprüfen können, ob wir alles Nötige wissen und können,
- wir nicht den Spaß haben, den es macht, Probleme zu lösen, Dinge zu verändern, erfolgreich zu sein.
Diese Datei enthält didaktische Hinweise für Lehrkräfte.
Pad entwickelt von Klemens Büsch.






